• Dr. Megan Wester

Deshalb lieben Kinder Lachgas

Aktualisiert: Apr 21

In diesem Artikel erfährst du, was eine Lachgassedierung ist, bei welchen Behandlungen sie Sinn macht und was es dabei zu beachten gilt.


Lachgasnase

Ist bei deinem Kind eine zahnärztliche Behandlung nötig, aber es ist noch recht jung oder schüchtern? Hattest du selbst als Kind eine traumatische Zahnarzterfahrung, die du deinem Kind gerne ersparen würdest?

Hat dein Kind einen Würgereiz oder fällt es ihm schwer, länger still sitzen zu bleiben?

Dann könnte eine Lachgassedierung eine tolle Lösung für euch sein.


Was ist eine Lachgassedierung?

Lachgas ist ein seit vielen Jahren erprobtes und extem sicherers Mittel, um Patienten von der Zahnarztbehandlung abzulenken. Viele Narkosebehandlungen können dadurch verhindert werden.

Das farblose, geruchlose Gas wird mit reinem Sauerstoff gemischt. Der Sauerstoffanteil beträgt

mindestens 30%, das ist mehr Sauerstoff als in der Atemluft. Dein Kind atmet das Gemisch durch eine bequeme Nasenmaske ein. Während der gesamten Dauer der Behandlung bleibt dein Kind ansprechbar und wach, alle Schutzreflexe bleiben erhalten. Dein Kind ist jedoch deutlich entspannter und kann sich besser auf zusätzliche Ablenkungsmethoden konzentrieren. Viele Kinder kichern, ihnen wird wohlig warm und es kribbelt in Händen und Füßen. Zudem erscheint ihnen die Dauer der Behandlung deutlich kürzer. Man kann die Wirkung von Lachgas vergleichen mit dem Genuss von ein bis zwei Bier beim Erwachsenen.

Lachgas hat keine schmerzstillenden Qualitäten, eine Lokalanästhesie ist daher trotzdem nötig, wird aber viel besser toleriert.

Am Ende der Behandlung atmet dein Kind einige Minuten reinen Sauerstoff, somit ist das Lachgas vollständig abgeatmt, bevor ihr die Praxis verlasst.


Bei welchen Behandlungen macht das Verwenden von Lachgas Sinn?

Alle Kinder profitieren von der Entspannung durch Lachgas. Je jünger oder ängstlicher dein Kind ist, desto wichtiger ist der Einsatz von Lachgas jedoch. Allerdings benötigen wir für die Sedierung ein Mindestmaß an Mitarbeit. Das bedeutet, dass sich dein Kind auf unseren Behandlungsstuhl setzen und die Lachgasnase aufziehen muss. Außerdem sollte dein Kind die Nasenatmung beherrschen, sonst wirkt das Lachgas nicht so gut. Daher ist Lachgas bei sehr kleinen Kindern oder sehr umfangreichen Behandlungen nicht uneingeschränkt zu empfehlen. In diesen Fällen ist manchmal eine Vollnarkose die bessere Wahl.

Gerade bei Kindern, die einen starken Würgereiz haben oder sehr ängtlich sind, macht Lachgas die Behandlung oft erst möglich. Auch bei umfangreicheren Vorhaben wie Wurzelkanalbehandlungen oder Extraktionen hilft es Kindern, sich nicht auf das Geschehen im Mund zu konzentriere und die Behandlungsdauer erscheint ihnen dadurch deutlich kürzer.


Was sollte man beachten, wenn eine Lachgassedierung geplant ist?

Lachgas wird vom Körper nicht verstoffwechselt, fließt aber in luftgefüllte Hohlräume. Daher solltest du alle Vorerkrankungen deines Kindes mit deinem Kinderzahnarzt besprechen. Es gibt ein paar Kontraindikationen, die die Verwendung von Lachgas ausschließen, unter anderem obstruktive Lungenerkrankungen, Darmverschluss und Mittelohrentzündung. Auch wenn dein Kind verschnupft ist, sollte der Termin nach Möglichkeit verschoben werden. In der Frühschwangerschaft ist Lachgas nicht zu empfehlen, daher sollten Mütter bei bekannter Schwangerschaft während der Behandlung nicht im Zimmer sein.

In extrem seltenen Fällen (1 von 1000 Patienten) kann es einem Kind während einer Lachgassedierung übel werden. Dies ist die einzige bekannte Nebenwirkung und kann vermieden werden, indem dein Kind vor der Behandlung nichts Schweres isst. Nach der Behandlung sollte dein Kind noch eine Weile unter deiner Aufsicht bleiben und nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen (z.B. Radfahren).

Lachgassedierungen sind leider keine Leistung der Krankenkassen. Über die anfallenden Kosten klärt dich dein Kinderzahnarzt vor der Behandlung auf.


Fazit

Lachgas ist eine wunderbare Methode, deinem Kind die zahnärztliche Behandlung zu erleichtern. Es bleibt dabei jederzeit ansprechbar, ist jedoch deutlich entspannter und empfindet die Dauer der Behandlung als kürzer. Das Lachgas-Sauerstoffgemisch wird durch eine Nasenmaske eingeatmet, am Ende der Behandlung ist es bereits vollständig aus dem Körper abgeatmet. Gerade junge, ängstliche Kinder bzw. solche mit einem Würgereiz profitieren enorm von einer Lachgassedierung. Ob diese bei deinem Kind möglich ist, bespricht dein Kinderzahnarzt mit dir.


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