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  • Dr. Megan Wester

Hilfe ein Loch

Aktualisiert: vor 5 Tagen

In diesem Artikel erfährst du, was zu tun ist, wenn du bei deinem Kind ein Loch in einem Zahn entdeckst oder es über Zahnschmerzen klagt.

Mädchen hat Zahnschmerzen

Viele Eltern fragen sich, ob man Milchzähne überhaupt behandeln sollte - immerhin fallen sie von selber wieder aus?

Doch im Gegensatz zu den Milchfrontzähnen, die teilweise mit fünf Jahren bereits wackeln, bleiben die Milchbackenzähne teilweise bis zum zwölften Lebensjahr im Mund. Sie sind sehr wichtig für die normale Entwicklung deines Kindes beim Sprechen, Kauen und als Platzhalter für die bleibenden Zähne.

Außerdem können die Zahnkeime der bleibenden Zähne Schaden nehmen, wenn der kariöse Milchzahn darüber nicht behandelt wird.


Diagnose

Als Erstes machen wir eine genaue Diagnostik. Du kannst einen wichtigen Beitrag dazu leisten, indem du uns mitteilst, ob dein Kind bereits über Schmerzen geklagt hat. Wichtig ist auch die Intensität der Schmerzen zu unterscheiden. Hat es beim Essen einmal kurz gedrückt oder hat dich dein Kind nachts geweckt, weil es vor Schmerzen nicht schlafen konnte? Musstest du bereits Schmerzmittel geben?

Eine Karies kommt leider selten alleine. Daher sind neben der einen Stelle, die du entdeckt hast, oft noch weitere Zähne betroffen, deren Löcher mit dem bloßen Auge (noch) nicht sichtbar sind.

Für die exakte Diagnose brauchen wir daher ein Röntgenbild. Ohne dieses können wir nicht genau sagen, wie viele Stellen zu behandeln sind und wie tief die Karies ist. Beim Milchzahn ist der Nerv größer, weshalb eine Karies viel schneller zu Schmerzen führen kann als bei einem bleibenden Zahn. Durch das digitale Röntgen ist die Strahlung inzwischen extrem gering, in etwa vergleichbar mit einem Kurzstreckenflug.


Behandlungsplanung

Wenn die Kariesstelle noch sehr klein ist, kann man manchmal abwarten und mit verschiedenen Verfahren versuchen, sie zu remineralisieren. Dieses Vorgehen setzt ein hohes Maß an Mitarbeit der Eltern voraus, da engmaschig kontrolliert werden muss, ob das Loch größer wird.

Hat die Karies den Nerv noch nicht erreicht, ist eine Füllung zu empfehlen.

Auch wenn der Zahn von selber ausfallen wird, sollte die Füllung hochwertig sein, um deinem Kind weitere Behandlungen möglichst zu ersparen. Welches Füllungsmaterial zu empfehlen ist, bespricht dein Kinderzahnarzt mit dir.

Ist der Defekt zu groß, sodass eine Füllung langfristig keinen Erfolg verspricht, benötigt der Zahn eine Kinderkrone. Hat die Karies bereits den Nerv infiltriert, ist eine Wurzelkanalbehandlung nötig. Allerdings ist diese viel weniger aufwendig als beim bleibenden Zahn. Es wird ein Medikament auf den Nerv aufgebracht, anschließend wird der Zahn dicht verschlossen, damit er noch möglichst lange erhalten werden kann.

In manchen Fällen ist der Zahn bereits kariös zerstört und muss gezogen werden, um weitere Entzündungen zu verhindern. Anschließend sollte die Lücke offen gehalten werden. Dazu kann entweder ein festsitzender Platzhalter angefertigt werden oder ein herausnehmbares kieferorthopädisches Gerät.


Therapieoptionen

Anschließend beraten wir gemeinsam, wie wir dein Kind am besten behandeln können. Lässt es sich problemlos röntgen, ist eine kurze Behandlung am Stuhl oft gut möglich.

Um die Kleinen nicht zu überfordern, werden immer nur ein bis zwei Zähne gleichzeitig repariert. Meistens ist eine Betäubung nötig, diese erklären wir in kindgerechter Sprache.

Bei kooperativen Kindern, die noch etwas schüchtern sind oder einen starken Würgereiz haben, kann Lachgas unterstützend eingesetzt werden. Dafür müssen sie sich aber auf den Behandlungsstuhl setzen und die Maske tolerieren.

Ist dein Kind noch sehr klein oder hat es sehr viele Löcher, empfiehlt sich eine Sanierung in Vollnarkose. Dabei schläft dein Kind und an einem Termin können alle Kariesstellen behandelt werden.


Fazit

Kariöse Milchzähne müssen behandelt werden, um Schmerzen und weitere Kompliaktionen zu verhindern. Nach einer genauen Diagnostik wird in Abhängigkeit von der Größe des Befundes und vom Alter des Kindes eine geeignete Therapie gewählt. Um weitere Kariesstellen zu verhindern, solltest du mit deinem Kind unbedingt regelmäßige zahnärztliche Kontrollen wahrnehmen.