• Dr. Megan Wester

Hilfe mein Kind knirscht mit den Zähnen

Aktualisiert: Apr 17

In diesem Artikel erfährst du, warum Knirschen (Bruxismus) bei Kindern normal ist, wann man etwas dagegen unternehmen sollte und wann nicht.


Bruxismus

Knirschen ist in unserer Leistungsgesellschaft zu einem Problem vieler Menschen geworden. Zu viel Stress und zu wenig Bewegung führen oft zu Verspannungen im Nacken- oder Kieferbereich. Dadurch können Zähne geschädigt werden und Zahnhartsubstanz verlieren. Deshalb tragen viele Erwachsene nachts eine Schiene. Im Kindesalter ist Knirschen anders zu bewerten.


Kindlicher Bruxismus

Wahrscheinlich hast du bemerkt, dass dein Kind nachts knirscht, oft sogar sehr laut. Viele Eltern fragen mich besorgt, ob dies normal sei bzw. ob man etwas dagegen tun sollte.

Das Milchgebiss hat eine andere Verzahnung als das bleibende Gebiss. Die Zähne sind nicht in einer festen Position miteinander verzahnt, denn sonst könnte kein Wachstum im Kiefer stattfinden. Dadurch, dass sich der Biss bei Kindern ständig verändert, stehen auch die Zähne immer anders zueinander. Durch das Knirschen schaffen sie sich gewissermaßen Platz.

Ein weiterer Faktor ist, dass viele Kinder Erlebnisse des Tages nachts durch Knirschen verarbeiten.


Wie erkenne ich, ob mein Kind knirscht?

Die meisten Eltern hören das Knirschen ihres Kindes laut und deutlich. Manche berichten, dass sie bei der Geräuschkulisse selber kaum noch schlafen können.

Aber auch wenn immer wieder ein kleines Stückchen der Milchfrontzähnen fehlt bzw. sie Zacken oder Rillen bekommen, ist dies ein Hinweis auf kindliches Knirschen. Manche Milchzähne sind so stark abradiert, dass der Zahnarzt bei der Untersuchung fast den Nerv sehen kann. Erstaunlicherweise haben Kinder meistens keinerlei Beschwerden durch Bruxismus.


Wann muss ich handeln?

Im Milchgebiss besteht in den wenigsten Fällen Handlungsbedarf. Da der Kiefer im Wachstum ist, möchten wir ihn nicht mit einer Schiene fixieren und das Wachstum damit behindern. Dies ist auch nicht nötig, um die Milchzähne zu schonen.

Anders ist es, wenn dein Kind bereits bleibende Zähne hat, die schon sichtbare Knirschfacetten aufweisen, oder Symptome wie Kopfschmerzen oder Verspannungen. Hier empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einem Kieferorthopäden. Kieferorthopädische Apparaturen sind so gestaltet, dass sie das Kieferwachstum fördern und nivellieren. Sobald dein Kind mit einer Spange im Mund schläft, kann es nachts keine starken Kräfte mehr auf die Zähne übertragen.


Fazit

Kindliches Knirschen ist ein weit verbreitetes Phänomen. Obwohl es sich für Eltern sehr laut anhören kann, ist es nichts Pathologisches und bedarf normalerweise im Milchgebiss keiner Therapie. Werden bereits bleibende Zähne durch den Bruxismus beschädigt bzw. hat dein Kind dadurch Beschwerden, kann dem in Zusammenarbeit mit den Kieferorthopäden Abhilfe geschaffen werden.



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