• Dr. Megan Wester

Wackelzähne

Aktualisiert: Mai 13

In diesem Artikel erfährst du, wann dein Kind seine ersten Zähne bekommt, wann es sie wieder verliert und was du tun kannst, dass es ihm dabei gut geht.


Erster Wackelzahn

Das Milchgebiss

Juhu, der erste Zahn bricht durch. Der Zeitpunkt ist bei jedem Kind anders, gewöhnlich ist der erste Zahn zwischen vier Monaten und einem Jahr zu sehen.

Sobald sich das erste Zähnchen zeigt, sollte man es putzen. Man muss nicht gleich mit einer Zahnbürste anfangen. Für die Schneidezähne reicht auch ein kleiner Fingerling, aber verwende bitte schon zweimal täglich eine reiskorngroße Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta.

Der erste Backenzahn bricht vor dem Eckzahn n ca. 12-16 Monaten durch, daher übersieht man ihn manchmal hinten im Mund. Dieser Zahn hat in der Mitte eine Vertiefung, weshalb er schwieriger zu putzen ist. Ab jetzt ist eine Zahnbürste mit weichen Borsten und langem Stiel sinnvoll.


Durchbruchsymptome

Jedes Kind zahnt anders, manche haben rote Bäckchen, sabbern stärker oder bekommen Fieber. Bei starker Unruhe oder hohem Fieber liegt eventuell ein Infekt vor, dies sollte vom Kinderarzt abgeklärt werden. Sehr selten bildet sich über dem durchbrechenden Zahn eine bläuliche Blase, in einigen Fällen ist dies mit Schmerzen verbunden. Was auf den ersten Blick erschreckend aussieht, ist aber nur die oberste Schicht Zahnfleisch und verschwindet innerhalb von einigen Tagen wieder.


Das hilft Kindern beim Zahnen:

- Auf gekühlte Karotten oder Beißringe beißen, alternativ auf nasse Waschlappen

- leichte Massage des Kieferkamms

- Globuli, z.B. Osanit

- Kamillentee oder Veilchenwurzel

- Ablenkung in jeder Form


Im Alter von 2,5-3 Jahren sollten alle zwanzig Milchzähne vorhanden sein und die Nutzphase des Milchgebisses beginnt. Viele Kinder knirschen in dieser Zeit stark, das ist aber überhaupt kein Problem. (siehe Knirschen)

Bekommt dein Kind seine ersten Milchzähne sehr früh (z.B. vor dem sechsten Lebensmonat), beobachten wir oft, dass auch die bleibenden Zähne schon vor dem sechsten Lebensjahr durchbrechen.

Manche Eltern machen sich Sorgen, weil die ersten Zähne bereits mit vier Jahren anfangen zu wackeln. Dies ist zwar eine frühe, aber normale Gebissentwicklung.


Die erste Wechselgebissphase

Um das sechste Lebensjahr entstehen Lücken zwischen den Milchzähnen, um Platz für die bleibenden Zähne zu schaffen. Auch wenn das nicht der Fall ist, keine Sorge. Anfangs stehen die bleibenden Zähne oft kreuz und quer, und viele Eltern fragen sich, ob ihr Kind schon eine Spange braucht. Dein Kind hat zwar noch seinen Kinderkiefer, aber schon Zähne wie wir, da passen die Größenverhältnisse erst mal nicht zusammen. Später wächst der Kiefer weiter in die Breite, deshalb gleicht sich ein Engstand in der Front in fast allen Fällen von selber aus. Manchmal sieht man den ersten bleibenden Zahn auch schon, obwohl der Milchzahn noch da ist. Mehr dazu erfährst du unter Was ist ein Haifischzahn?

Die Farbe der bleibenden Zähne ist etwas gelblicher, dies fällt aber nur im direkten Vergleich mit den Milchzähnen auf und ist ganz normal. Außerdem haben die unteren Frontzähne oft sehr viel Zahnstein, da sie direkt am Ausgang der Unterkieferspeicheldrüsen stehen.

Zur gleichen Zeit brechen hinter den Milchbackenzähnen die ersten bleibenden Backenzähne durch. Dies geschieht meist unbemerkt, selten kann es ein paar Tage unangenehm drücken. Die Backenzähne brauchen etwas Zeit, um die Kauebene zu erreichen, können in dieser Zeit aber schon Karies auf der Oberfläche entwickeln. Sie sind deshalb die Zähne mit dem größten Kariesrisiko. Es empfiehlt sich regelmäßig nachzuschauen, ob bereits etwas zu sehen ist. Sobald alle vier Backenzähne da sind, empfehlen wir, diese prophylaktisch zu versiegeln. Ist einer der neuen Zähne braun verfärbt oder klagt dein Kind über Kälteempfindlichkeit, erfährst du unter Kreidezähne mehr.

Sind acht neue Schneidezähne und vier neue Backenzähne da, ist die erste Phase des Wechselgebisses abgeschlossen. Jetzt ist erstmal zwei Jahre lang Ruhe.


Die zweite Wechselgebissphase

Der untere Eckzahn läutet meist die zweite Phase des Wechselgebisses ein. Danach geht es oft ganz schnell und dein Kind hat teilweise viele Lücken gleichzeitig. Die zweiten Backenzähne kündigen sich hinter den ersten an und sollten auch versiegelt werden. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt um mit deinem Kinderzahnarzt zu besprechen, ob es ratsam ist, einen Kieferothopäden zu Rate zu ziehen. Falls eine Spange nötig ist, versuchen die Kieferorthopäden den körperlichen Wachstumsschub zu nutzen, der bei Mädchen etwas früher anfängt als bei Jungen.


Bleibende Zähne

Ob dein Kind Weisheitszähne hat, kann man in diesem Alter oft am Röntgenbild sehen. Falls keine Spange nötig ist, empfehle ich mit ca. 16 Jahren ein Röntgenbild, um zu beurteilen, ob Weisheitszähne vorhanden sind und wie sie im Knochen liegen. Ab ca. 17 Jahren können sie in die Mundhöhle durchbrechen, was teilweise Schmerzen verursachen kann. Im Vergleich zu früher sind unsere Kiefer deutlich kleiner, weshalb oft nicht genügend Platz vorhanden ist. Deshalb kann es sein, dass die Weisheitszähne entfernt werden sollten, um andere Zähne zu schützen.


Fazit

Du siehst, bei den Zähnen ist immer etwas los. Gewöhnlich brechen ab dem sechsten Lebensmonat die ersten Milchzähne durch. Die vollständige Gebissentwicklung ist aber erst mit ca. 20 Jahren abgeschlossen.

Daher empfehle ich dir, den Mund deines Kindes beim Zähneputzen immer gut anzuschauen, manchmal findet man dabei interessante Dinge. Außerdem sind die halbjährlichen Kontrollen bei deinem Kinderzahnarzt sehr wichtig, damit bist du auf der sicheren Seite, dass alles in Ordnung ist.





33 Ansichten

Contact Me

Du hast Fragen zur Mundgesundheit deines Kindes?

Dann schreib mir in das Kontaktformular.

  • Weiß Instagram Icon
  • White Facebook Icon